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Perfektion ist langweilig! Mehr Mut zum Makel

Lena Dunham
Sandra
  • On 11. Juli 2014
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Carrie Bradshaw – schön, erfolgreich und immer in die neuste Designermode gehüllt – kann sich allein vom Gehalt, welches sie für eine wöchentliche Zeitungskolumne bekommt, eine schicke Wohnung in der Upper East Side leisten. Solche realitätsfremden Ideale von Schönheit, Weiblichkeit und Erfolg bekommen in letzter Zeit immer wieder eine Absage. Sei es durch Fernsehserien wie „Girls“, durch eine Barbiepuppe, welche die Maße einer echten Frau besitzt oder durch die Offenheit der großen Modedesigner, die für ihre Fashion Shows Transgender Menschen oder Leute mit Albinismus buchen.

Das neue, realistische Gesicht New Yorks: „Girls“

Auch wenn es Spaß macht den vier Glamourfrauen aus „Sex and the City“ zuzuschauen, so kann dieses makellose Bild eines Großstadtlebens auf Dauer langweilig werden. Ein ganz anderes Konzept verfolgt die HBO Serie „Girls“, bei welcher Lena Dunham Regie führt und gleichzeitig die Hauptrolle der „Hannah Horvath“ spielt. Hanna lebt im weniger glamourösem Brooklyn, ist Mitte zwanzig und ebenso wie ihre drei Mitbewohnerinnen Marnie, Jessa und Shoshanna auf der Suche nach sich selbst und ihrem Platz im Leben. Schon allein das Äußere der vier Frauen ist nicht so makellos wie bei den „Sex and the City“-Frauen, ebenso wenig wie ihr Lebenswandel. So wirkt Hannah weder besonders hübsch, noch hässlich, hat ständige Geldprobleme und lernt meistens Männer kennen, mit denen es nicht klappt. Das Leben in der chaotischen Wohngemeinschaft der vier Frauen erinnert stark an eine Sozialstudie und hebt sich so drastisch vom funkelnden Party- und Fashion-New York Carrie Bradshaws ab.

Das neue Schönheitsideal hat eine Zahnlücke, breitere Hüften und Tattoos

Die Barbiepuppe mit ihren unrealistischen Körpermaßen beeinflusst bereits seit 55 Jahren unsere Vorstellung von Schönheit und Perfektion. Der Hersteller Mattel bekam schon des Öfteren kritische Einwände gegen ein solches Idealbild, das kleine Mädchen negativ beeinflusst. Gegen dieses extreme Körperideal ging der Künstler Nickolay Lamm vor, indem er eine Barbie entwarf, die die Maße einer sportlichen 19-Jährigen besitzt. Ab November sollen die neuen Puppen zu haben sein. Diese Entwicklung entspricht dem Gefühl vieler Menschen, die sich weder mit dem Schönheitsideal von „Germany’s Next Topmodel“, noch mit den manipulierten und getrimmten Körpern der Hollywoodstars identifizieren können. Betrachtet man die Modeindustrie, welche seit kurzem auch auf Models setzt, die nicht der Norm entsprechen, so kann man auf mehr mediale Vielfalt hoffen: Transgender Menschen, rundere Frauen oder Menschen mit Tattoos und Zahnlücken werden zu den Stars der Laufstege.

Schluss mit extremen Schönheitsidealen?

Die erwähnten medialen Entwicklungen sprechen von einer Veränderung unserer Wahrnehmung. Nun sind nicht mehr ausschließlich Hochglanz-Idealmenschen wie Carrie Bradshaw und Supermodels gefragt, sondern realistische Frauen, wie aus der Serie „Girls“ oder Models, die nicht dem klassischen Bild entsprechen. Vielleicht bringt uns diese neue Absage an die Perfektion zu einer bunteren und toleranteren Gesellschaft.

Photo: Thinkstock, 167287429, Getty Images, Jamie McCarthy

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