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Herzschwäche – Worin sich ihr Verlauf bei Frauen und Männern unterscheidet

Herzschwäche – Worin sich ihr Verlauf bei Frauen und Männern unterscheidet

Der Anteil von Frauen, die an einer Herzschwäche leiden, wird immer größer. Das zeigte der „Deutsche Herzbericht 2015“. Grundsätzlich ist das Herz von Herzinsuffizienz-Patienten nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut und damit Sauerstoff durch den Körper und zu den Organen zu pumpen: Das zeigt sich meistens in Erschöpfungszuständen, Atemnot und häufig auch Wasseransammlungen im Körper. Betroffen sind in Deutschland knapp zwei Millionen Menschen. Bei Männern und Frauen gibt es Unterschiede bei den Ursachen, den Symptomen und der Prognose – ihre Behandlung ist daher oft nicht die gleiche.

Frauen werden aus anderen Gründen krank

Frauen und Männer erkranken in etwa gleich häufig an einer Herzschwäche, auch Herzinsuffizienz genannt: Bis zu einem Alter von 75 Jahren sind Männer mehrheitlich betroffen, in älteren Jahren sind die Frauen in der Überzahl. Auch bei den Ursachen zeigen sich verschiedene Bilder. Während bei Frauen oft ein zu hoher Blutdruck, Diabetes oder Erkrankungen der Herzklappen zu einer Herzinsuffizienz führen, liegt ihr bei Männern mehrheitlich eine koronare Herzkrankheit zugrunde. Zudem rauchen Männer häufiger und haben in der Regel höhere Blutfettwerte.

Die Symptome der Herzinsuffizienz sind in den meisten Fällen bei Frauen schwächer ausgeprägt als bei Männern. Daher gehen sie auch später zum Arzt und eine Therapie setzt erst später ein. Begleitsymptome wie Depressionen oder Ängste treten bei herzkranken Frauen häufiger in Erscheinung. Weitere Informationen zurHerzschwäche gibt es auf http://www.ratgeber-herzinsuffizienz.de.

Frauen haben eine günstigere Prognose

Studien haben gezeigt, dass Frauen mit einer Herzinsuffizienz bessere Aussichten haben – das statistische Risiko eines Mannes, an einer Herzinsuffizienz zu sterben, liegt 30 Prozent höher. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Frauen seltener unter Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße leiden und dadurch weniger häufig von Herzinfarkten oder Schlaganfällen heimgesucht werden. Auch bei der Medikamentierung, zum Beispiel mit dem neuen Wirkstoff LCZ696, zeigen sich Unterschiede: Da Frauen bei einer Medikamenteneinnahme öfter von Nebenwirkungen betroffen sind, erhalten sie seltener die in den Leitlinien zur Behandlung der Herzinsuffizienz vorgesehenen Medikamente. Gleichzeitig ist bei ihnen die Dosis verabreichter Arzneien niedriger, da sie in der Regel weniger wiegen. Auf diese Weise wird im Blut ein höherer Wirkstoffspiegel erreicht.

 

Fotoquelle: Thinkstock, 455237505, iStock, AlexRaths